Gamification kommt zum Einsatz

Anwendungsbeispiele, Spieltypen und mehr.

25.10.2019

1. Gibt es bereits gelungene Gamification-Beispiele?

Unternehmen, welche im Internet präsent sind, sind deutlich aktiver und gewagter, wenn es um das Zauberwort Gamification und dessen Einsatz geht.
Ein sehr gelungenes Gamification-Beispiel ist das „Urban Hunt“- Projekt von Mercedes Benz. Hierbei stellten sich die Teilnehmer einem Hunter, dem Mercedes GLC Coupe. Zuvor mussten sich die Teilnehmer in der App registrieren, um bei dem 150-minütigen Rennen in der Stadt Zürich oder Lausanne teilzunehmen. Der große Kampf ums „Überleben“ führte hierbei zum Sieg. Die Navigation, Hinweise oder Fallen konnten die Teilnehmer in der App einsehen. Dem Hunter entwischen, Naturkatastrophen entkommen oder in Safehouses verstecken, waren nur ein Teil der Disziplin. Der letzte übrig gebliebene Teilnehmer gewann den Mercedes GLC Coupe.
Ein weiteres gelungenes Gamification-Beispiel zu Forschungszwecken ist Foldit, bei dem die University of Washington in Seattle eine Gamifizierung in die Welt setzte, welche es laut Deutschlandfunk schaffte innerhalb von zehn Tagen die Proteinstruktur eines AIDS-Virus zu entschlüsseln. Hierbei sollten die Teilnehmer lange aneinandergereihte Aminosäuren zu Proteinen falten. Je besser die Proteine gefaltet wurden, desto mehr Punkte brachte dies dem Spieler ein.

2. Gamification im Alltag – Steigern Sie Ihre Motivation!

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie Gamification Ihren Alltag versüßen könnte? Wie Sie morgens motiviert aufstehen, den Putzwedel schwingen oder endlich ins nahgelegene Fitnessstudio gehen, für das Sie seit einer gefühlten Ewigkeit Mitgliedsbeiträge zahlen? Keine langweiligen Klebezettel mit Motivationssprüchen oder lange Listen auf dem Schreibtisch.
Nein, Sie erreichen ein neues Level, schalten neue Welten frei oder stehlen Ihrem Konkurrenten den Rang. Verlockend, nicht wahr?!

Eine gute Gamification App ist die Todoist. Immer wenn man neue to-dos festlegt und erledigt, erhält man Punkte auf einem Karmakonto gutgeschrieben. Mit diesen Punkten kann man immer höhere Level erreichen, angefangen beim Anfänger bis hin zum Großmeister. Was wie eine simple Spielerei aussieht, ist in Wirklichkeit eine geschickte Gamification des Selbstmanagements. Wenn Ihnen also typische Spiele nicht gefallen, sollten Sie zu diesem klassischen Taskmanager mit Motivationsfunktion greifen.

Immer durch den gleichen Park zu joggen, kann auf Dauer ziemlich eintönig sein. Haben Sie es schon einmal mit der Zombie Run App probiert? Wenn Sie ein Horrorfilmliebhaber sind, ist die App genau für Sie geeignet. Sie verwandelt Ihre Umgebung in eine Zombiewelt voller Untoter, die Ihnen auf der Hut sind. „Get fit. Escape Zombies. Become a hero“ heißt der Spruch der Anwendung. Abgesehen von einer Mission erhalten Sie, wenn Sie den Zombies entkommen konnten, viele Punkte. Das Schöne daran? Ihre Fitness steigern Sie so ganz von allein.

Das wohl bekannteste Gamification Beispiel in der heutigen Zeit ist „Pokemon go“. Bis Ende 2018 wurde das Spiel über eine Milliarde Mal mit Smartphones und Tablets heruntergeladen. Aber wieso die Bezeichnung go? Wie man schon aus dem Namen ableiten kann hat „Pokemon go“ das Ziel, Menschen ins Freie zu bewegen und gehen zu lassen. Die Spieler können draussen sogenannte Pokemons fangen, sie entwickeln und in Kämpfen antreten lassen. Das Spiel ermittelt durch GPS- Signale den Standort und kreiiert Ihre Umgebung zu einer Pokemon-Welt. Um seinen Avatar voranzutreiben, muss der Spieler die entsprechende Bewegung in der Wirklichkeit ausführen. Das Softwareunternehmen Niantic gab bekannt, dass im Frühjahr 2020 eine GO Kampf Arena errichtet wird und Spieler dann die Chance haben gegeneinander anzutreten. Dabei kann die Kampf-Liga natürlich nur nach einer zu Fuß zurückgelegten Strecke erreicht werden.

3. Gamification – Warum es bei allen funktioniert.

Die Belohnung: Folgt auf eine gewisse Handlung, ein positives Ereignis bzw. eine Belohnung, erweckt dies Glücksgefühle, was das Wiederauftreten der Handlung erhöht.
Hierzu ein klassisches Beispiel: Ein Kind erhält die Anweisung seinen Teller nach dem Essen in die Spülmaschine zu räumen und sich die Hände zu waschen. Nachdem das Kind der Anweisung folgte, erhielt es ein großes Lob. Das Lob löst bei dem Kind ein Glücksgefühl aus. Durch das entstandene Glückgefühl ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Kind nächstes Mal den Teller von selbst wegräumen wird und sich im Anschluss die Hände wäscht. Dies ist ein typisches Beispiel des operanten Konditionierens. Ähnlich läuft es bei der Gamification ab. Man erhält beispielsweise eine Quest (=Aufgabe) oder schafft den Absprung ins nächste Level (=Belohnung), ein Glücksgefühl wird ausgelöst und die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer weiterspielen wird, wird erhöht.

Der Fortschritt: Der Mensch hat das stetige Bedürfnis sich weiter zu entwicklen und voranzukommen. Gamification befriedigt genau dieses Bedürfnis. Das Meistern von Hürden und die Weiterentwicklung im Game reissen uns immer wieder in den Bann der Spielewelt und motivieren uns am Ball zu bleiben.

Wettbewerb: Der Beste sein oder als erster durch die Ziellinie gelangen, würden wir alle gerne. Das Konkurrenzdenken ist uns angeboren, denn der Stärkere überlebt. Eine Studie der Aalto Universität in Helsinki zeigte sogar, dass Männer im Vergleich zu Frauen mehr Spaß an Wettbewerbssituationen haben, als in Situationen der Kooperation. Das Wettbewerbsgefühl wird noch stärker, wenn wir unsere Konkurrenten persönlich kennen. Wie unschlagbar ist das Gefühl sich gegen Familienmitglieder im "Quizduell" durchzusetzen?!

Anerkennung: Der Mensch ist auf der ständigen Suche nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Für seine Person, Taten und Errungenschaften, Zustimmung und Respekt zu erhalten und sich dadurch wichtig zu fühlen, liegt in der Natur des Menschen.

Ein guter Beweis dafür sind Social-Media-Kanäle. Lädt man ein besonders schönes Foto von einer Landschaft hoch oder stellt sich posierend vor einer Sehenswürdigkeit zur Schau, erhält man von seinen Followern Likes, Kommentare oder löst womöglich sogar ein Sharing des Beitrags aus. Ähnlich verhält es sich bei der Gamification. Wer gut ist, erntet Anerkennung. Beim "Onlinezocken" in Gamer Foren oder im Freundeskreis.

Solidarität: Ebenso wissenschaftlich bewiesen ist das Bedürfnis Anderen zu helfen. Wenn man jemandem hilft, fühlt man sich besser.
Wie grandios wäre wohl das Gefühl eine hilflose Prinzessin aus den Klauen eines Drachen zu befreien, Unschuldige im Krieg zu retten oder Naturkatastrophen zu verhindern ?

Unterhaltung: Gamification und Entertainment sind wahrhaftig beste Freunde. Spielen bedeutet Spaß, Emotion und Unterhaltung. Genau deswegen treibt es schon seit Jahrzehnten die Menschen dazu an, Spiele zu spielen.

4. Gamification – Welcher Typ sind Sie?

Richard Bartle, ein britischer Froscher, definierte vier Spieltypen: 

Typ 1: Bedeutet der Sieg alles für Sie? Sie leben für den Kampf und möchten immer die ungeschlagene Nummer 1 sein. Verlieren ist für Sie ein absolutes Fremdwort. Deshalb interessieren Sie sich ausschließlich für Gamification-Anwendungen mit Vergleichsmöglichkeit. Highscores und Duelle locken Sie. Dann sind Sie der KILLER.

Typ 2: Highscores sind für Sie alles andere als bedeutsam. Der Austausch mit den Usern steht bei Ihnen an erster Stelle. Chatrooms und Foren sind Ihre Motivation. Anerkennung und Teamzusammenhalt treiben Sie an. Wenn Sie sich wohl fühlen, bleiben Sie dem Spiel langfristig treu. Sie sind der SOCIALIZER.

Typ 3: Sie lieben es verschiedene Welten zu erkunden, Dinge auszuprobieren und neues zu erfahren. Laufen Sie immer wieder den gleichen Parkour, sind Sie schneller wieder weg, als sie gekommen sind. Sie sind der EXPLORER.

Typ 4: Herausforderungen sind genau Ihr Ding? Quest-Reihen, also bestimmte Aufgaben im Spiel, Badgets (dt. Abzeichen) und Achievements (dt. Erfolge) sind Ihnen besonders wichtig. Sie sind der ACHIEVER.

Konnten wir
Ihr Interesse wecken?

Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf

Kontakt aufnehmen

oder

089 / 201 711 - 0

rufen Sie uns einfach an