Serious Games: Lernen ist ein Spiel

Lernen mit Spaßfaktor durch Serious Games

04.05.2020

Was wir mit diesem Artikel zeigen wollen:

1. Serious Games

»Wer spielt, der lernt! Wer lernt, der lebt! Wer lebt, der spielt!«  ein Zitat von Jörg Roggensack mit welchem wir das komplexe Thema "Mit Gamification spielerisch lernen" gerne einleiten möchten. Oft fällt es einem schwer sich Dinge, wie Vokabeln, Formeln oder Fachwissen für die anstehende Theorieprüfung anzueignen. Es kann vieles so einfach sein, wenn man sich zu helfen weiß: Lernspiele sind die Lösung. Dabei sind nicht Storytelling, das Sammeln von Experience-Punkten oder dynamische Spielewelten gefragt, es geht vielmehr um den konkreten Einsatz von Lerninhalten im Edutainment. Durch Gamification im E-Learning fällt es leichter, schwierige Inhalte zu lernen. Solche Spiele werden bereits an einigen Schulen und Firmen zur Weiterbildung der Schüler und Mitarbeiter genutzt, jedoch kann man noch nicht behaupten, dass diese weit verbreitet sind. Der Gedanke mit Spielen zu lernen steckt zwar noch in den Kinderschuhen, jedoch wächst die Anfrage seitens der Firmen und Schulen stetig, weshalb sich Spielehersteller schon länger auf den prophezeiten Trend einstellen.
Es sollen nicht nur typische Zocker, Gamer bzw. spielliebende Menschen angesprochen werden, sondern jene Nutzer, welche gewöhnlich keine Spiele in Betracht ziehen und mit den typischen Spielprinzipien nicht vertraut sind.

2. Serious Games und Gamification - der Unterschied

Serious Games sind der Schlüssel zu allen scheinbar unmöglichen Lernprozessen. Zuvor noch Gamification und jetzt Serious Games? Sogenannte Serious Games zählen zur Gattung der Gamification. Jedes Serious Game gehört zur Gamification, jede Art der Gamification aber nicht zu Serious Games. Während in der Gamification sowohl einzelne Spielelemente als auch ganze Spiele verwendet werden können, leben die seriösen Spiele, wie im Namen unschwer erkennbar ist, von Spielen. Enthalten sie die elementaren Bestandteile eines klassischen Spiels, spricht man von Serious Games. Der Begriff bedeutet „Ernste Spiele“, jene Spiele, die mehr als nur Spielspaß bedeuten, sondern darauf abzielen Wissen zu vermitteln. Dadurch grenzen sie sich von gewöhnlichen Spielen, wie Mensch-ärgere-dich-nicht oder Mario Kart ab, denn sie bringen einen Mehrwert mit: Den Lerneffekt. Serious Games machen das Lernen attraktiv und das ganz zwanglos. Doch wie genau?

3. Achtung! Mit Serious Games im Flow bleiben

Kennen Sie das tolle Gefühl im Flow zu sein, sich einer Aufgabe völlig hinzugeben und das Gefühl der vollen Kontrolle zu erleben? Nichts und niemand kann Sie davon abbringen das Ziel der Aufgabe zu erreichen und auch die Zeit vergeht wie im Flug? Diesen Zustand bezeichnet man als Flow. Wichtig dabei ist, dass Sie sich dabei glücklich fühlen, weil Sie weder über- noch unterfordert sind. 
Faktoren, wie Emotionen, Gedanken und Handlungen verlaufen parallel und zueinander abgestimmt. Dabei ist es völlig gleichgültig, wo der Flow stattfindet, in der Arbeit, im Privatleben, in der Freundschaft oder Partnerschaft.
Der Psychologe und renommierte Kreativitätsforscher Mihály Csíkszentmihályi hat diesen Glückszustand schon vor etlichen Jahren erforscht. Die Quintessenz von Gamification-Anwendungen ist der Flow. Ist dieser nicht gegeben, da der User über- oder unterfordert ist, wird der Spielspaß mit dieser Anwendung schnell vergehen.

Doch warum passen Spielen und Lernen wie die Faust aufs Auge zusammen? Nun ja, sie teilen viele Gemeinsamkeiten. 
Bei jedem Spiel- und Lernprozess ist ein Ziel definiert, ob nun gewisse Inhalte eingeprägt werden sollen oder ein Agent Bösewichte vernichten muss ist egal, die Aufmerksamkeit ist in beiden Fällen gegeben. Was zählt noch dazu? Beim Erreichen eines nächsten Levels oder eine erfolgreiche Lösung der Matheaufgabe, wird ein Gefühl der Selbstwirksamkeit vermittelt und motiviert den Akteur/ Lernenden weiterzumachen. Jeder noch so kleine Fortschritt macht sich bemerkbar. Man sieht schnell, dass die verschiedenen Komponenten auf beide Bereiche zutreffen und deshalb auch so gut miteinander vereinbar sind. 

4. Die Wirkung von Serious Games auf den Lernprozess

Serious Games Motivationskreislauf

Wie kann nun ein Spiel dazu führen etwas zu lernen? Dabei gehen wir von der Ausgangssituation aus das jene Serious Games darauf ausgelegt sind durch das Spielen eine Motivation zu schaffen, wodurch unbewusst der Lerneffekt erzielt wird und das geschieht oft einfacher als anfangs vermutet. 

Der bekannte Psychologe B.F. Skinner prägte den Begriff „Lernen durch Verstärkung“. Die Theorie geht davon aus, dass durch eine Verstärkung ein Verhalten häufiger auftritt. Prinzipiell wird zwischen zwei Arten der Verstärkung unterschieden. Durch den Erhalt einer Belohnung, welche die positive Form der Verstärkung darstellt, tritt das Verhalten vermehrt auf; durch eine negative Verstärkung, wie beispielsweise eine Bestrafung oder einen Verlust, wird das Verhalten häufiger gezeigt, um so unangenehme Konsequenzen zu verhindern.

Bei Serious Games werden ebenfalls Verstärker genutzt, um den Spieler fortführend zum Spielen anzutreiben. So werden Stolperfallen umgangen, um nicht aus dem Spiel zu fliegen und knifflige Fragen beantwortet, um die Belohnung abzusahnen. 

Motivation ist ein gedankliches Konstrukt, welche eine Auswirkung auf unser Verhalten hat. Mithilfe von Motivation lassen sich die Beweggründe des gezeigten und beobachtbaren Verhaltens erklären. Durch die Aktivierung der Motivation verspüren wir das Gefühl handeln zu wollen.

Im Gamification-Prozess entsteht Folgendes: Wird in einem Serious Game gespielt, wird die Absicht verfolgt weiter spielen zu können, das Ziel steht fest. Werden nun erste Schritte im Spiel bestanden und diese auch mit verschiedenen Reizen, wie eine schöne Spieleumgebung und  tolle Sound-Effekte betont, stellen diese eine Belohnung für den Spieler dar. Anhand dieser positiven Verstärkung durch die Belohnung (hier: nächstes Level) fühlt sich der Spieler angetrieben weiter zu spielen und neue Inhalte zu lernen. Durch den bestehenden Kreislauf von Aktion -> Verstärkung -> Motivation -> Aktion ist die Wichtigkeit der Wiederholung gegeben, sodass die Lerninhalte im Gedächtnis gespeichert werden. Motivation durch Spielewelten und coolen Elementen, führt zu einer Aktivierung, Steuerung und Aufrechterhaltung des Verhaltens und sichert so den Lernprozess.  Erst wenn die erwünschten Leistungsinhalte erreicht wurden, gilt das Ziel als erfüllt und das Bedürfnis (Motiv) als befriedigt. Der Wunsch in ein nächstes Level zu gelangen und dadurch einen neuen Lerninhalt kennenzulernen kann man als Unterziel des Hauptziels bezeichnen. 

Nun gehen wir ein Stück weit weg von der Theorie und tauchen in interessante Praxisbeispiele ein!

5. Serious Games - Anwendungsbeispiele für spielerisches Lernen

Ein allgemeines Gamification-Beispiel, und zugleich Serious Game, ist ein Pacman-Spiel getarnt als Ratequiz. Während man als Pacman durch das bekannte Labyrinth vor seinen Gegnern flieht, können durch eingesetzte Fragezeichen im Spielfeld Punkte gesammelt werden. Diese Fragezeichen stellen Quizfragen dar, die richtig beantwortet werden sollen. Nur bei einer richtigen Antwort erhält der Spieler seine gewünschten Punkte. So gelingt es dem Serious Game dem Nutzer den Lerninhalt näher zu bringen und sich diesen unbewusst anzueignen und das ganz von allein. 

Ein weiteres Beispiel ist die Spiele-App Duolingo. Zu Beginn der App wird ausgewählt, welche Sprache man lernen möchte und aus welchem Grund (Motiv) man die Sprache lernen möchte. Des Weiteren wird bestimmt, wie viele Minuten am Tag das Ziel verfolgt werden soll. Anschließend durchläuft man kleine Fragen und Übersetzungen in der Sprache, welche mit anschaulichen Grafiken unterstützt werden Am Ende des Tests erhält man eine Gratulation das tägliche Ziel erreicht zu haben und gewinnt Punkte. Jeder Test wird in Form eines "Streaks" dargestellt, welcher mit der Zeit wächst und neue Vokabeln zu neuen Themenbereichen freischaltet. Zusätzlich erhält man durch den Streak ein Geschenk z.B ein Eis mit welchem auch ein Tag ohne Konsequenzen ausgelassen werden kann. 

Dragonbox Elements ist wohl eines der bekanntesten Beispiele für Spiele mit Lernfaktor. Es zielt darauf ab Erwachsenen und Kindern in die Welt der Geometrie eintauchen zu lassen und mithilfe von kleinen Monstern Rechtecke, Quadrate und Kreise zu zeichnen und mathematische Grundsätze zu verstehen - und das ganz spielerisch. 

Über den deutschen Computerspielpreis entdeckten wir ein besonders interessantes Serious Game: Debugger 3.16: Hack'n'Run. In diesem Spiel durchläuft man als kleiner Debugger eine Welt voller Spielfehler und muss das Spiel von Fehlern befreien (debuggen). Für einen Programmier-Anfänger ist das der ideale Einstieg in die objektorientierte Programmierung. 

Serious Game-Beispiel: Quizman

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Weitere Beiträge zum Thema Gamification finden Sie in unserer Blogübersicht.

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